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Geschichte des Hauses
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Geschichte

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Die Geschichte der Oper in Dresden geht auf die Eröffnung eines ersten Opernhauses 1667 zurück. Dresden stieg unter dem Hofkapellmeister Johann Adolph Hasse zur europäischen Opernmetropole auf.
1817 wurde das Königlich Sächsische Hoftheater eröffnet. Hier pflegte man neben dem Schauspiel das italienische und neuerdings auch das deutsche Repertoire. Carl Maria von Weber leitete das so genannte Deutsche Departement. 1843 wurde Richard Wagner Hofkapellmeister. »Rienzi«, »Der fliegende Holländer« und »Tannhäuser« wurden hier uraufgeführt. Unter Ernst von Schuch, Generalmusikdirektor von 1889 bis 1914, gab es über 40 Uraufführungen, darunter »Salome«, »Elektra« und »Der Rosenkavalier« von Richard Strauss. Bis 1938 erlebten fünf weitere seiner Opern in Dresden ihre Weltpremiere. Mit Schuchs Nachfolger Fritz Busch fand Dresden Anschluss an die Moderne, etwa mit Uraufführungen von Weill und Hindemith.

Die Sächsische Staatskapelle Dresden, eines der renommiertesten Orchester der Welt, wurde 1548 gegründet. Chefdirigenten und Generalmusikdirektoren waren etwa Karl Böhm, Kurt Sanderling, Herbert Blomstedt, Giuseppe Sinopoli, Bernard Haitink und Fabio Luisi. Seit 2012 ist Christian Thielemann Chefdirigent der Staatskapelle.

Aaron S. Watkin prägt seit 2006 als Ballettdirektor das Semperoper Ballett. Mit einem vielfältigen Repertoire spannt er den Bogen von traditionellen Handlungsballetten bis zum modernen Tanz und setzt mit erstrangigen Solisten international Maßstäbe.

Nachdem der erste Theaterbau von Gottfried Semper aus dem Jahr 1841 im Jahr 1869 abgebrannt war, wurde 1878 die Oper in ihrer heutigen Form eröffnet. Nach der Zerstörung durch die Luftangriffe 1945 besaß die Sächsische Staatsoper kein eigenes Haus mehr, bis 1985 die wiederaufgebaute Semperoper eröffnet wurde.

Seit 2005 ist Wolfgang Rothe Kaufmännischer Geschäftsführer der Semperoper Dresden und seit Januar 2013 in diesem Amt auch verantwortlich für die aus Staatsoper und Staatsschauspiel Dresden fusionierten Sächsischen Staatstheater. Für die Semperoper nahm Wolfgang Rothe von 2012 bis 2018 zudem kommissarisch das Amt des Intendanten wahr.

Seit der Spielzeit 2018/19 leitet der Schweizer Peter Theiler als Intendant die Geschicke der Semperoper.

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Die Dresdner Semperoper ist nicht nur ein Architekturdenkmal, sie ist vor allem Spielstätte und bietet den festlichen Rahmen für die Aufführungen der Sparten Oper, Staatskapelle, Ballett und Junge Szene. Zugleich ist sie zu einem Symbol dieser Stadt geworden und weltweit Inbegriff für bedeutende Opernkunst.

Vor der Eröffnung des ersten königlichen Hoftheaters von Gottfried Semper

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1627
»Dafne« von Heinrich Schütz wird am 13. April, 40 Jahre vor Eröffnung des ersten festen Opernhauses, während einer Fürstenhochzeit auf Schloss Hartenfels bei Torgau als die früheste deutsche Oper (deren Musik bis heute verschollen blieb) mit Dresdner Sängern und Mitgliedern der Dresdner Kapelle (deren Ursprung auf die Stiftungsurkunde vom 22. September 1548, die »Cantorey-Ordnung«, zurückzuführen ist) uraufgeführt.

1667
Nach einem Entwurf des sächsischen Oberlandbaumeisters Wolf Caspar von Klengel wird am 27. Januar als erster der Vorgängerbauten der Semperoper das »Klengelsche Opernhaus« oder das »Churfürstliche Opernhaus am Taschenberg« mit Giovanni Andrea Moneglias »Il Teseo« eröffnet. Dieses Datum gilt als offizieller Gründungstag der Dresdner Oper, und dieser Theaterbau war nach Wien (1651) und München (1657) die dritte Opernhausgründung im deutschsprachigen Kulturbereich. Meist nach italienischem Vorbild geschaffene Opern und Ballette bestimmen das Repertoire.

1719
Unter August dem Starken wird von den italienischen Baumeistern Alessandro und Girolamo Mauro unter Mitwirkung von Matthäus Pöppelmann und Balthasar Permoser (den beiden Schöpfern des Dresdner Zwingers) ein neues stattliches Operngebäude errichtet: das Große Opernhaus am Zwinger. Es wird am 3. September mit Antonio Lottis »Giove in Argo« eröffnet und war das damals größte Theater Deutschlands und eines der größten und prunkvollsten Europas. Es wird zum Mittelpunkt der barocken Opernpflege, verbunden mit den Namen Johann Adolf Hasse, der eine der glanzvollsten Epochen der Dresdner Operngeschichte prägte, und Johann Gottlieb Naumann. In dem später als Konzertsaal genutzten Großen Opernhaus am Zwinger dirigierte Felix Mendelssohn Bartholdy 1843 sein Oratorium »Paulus« und Richard Wagner am 5. April 1846 die denkwürdige Aufführung von Beethovens Neunter Sinfonie.

1755
Der Impresario Pietro Moretti lässt in der Nähe des Zwingers ein weiteres Theater errichten: das Moretti-Theater, das zur Unterscheidung vom weiterbestehenden Großen Opernhaus am Zwinger auch Kleines Hoftheater genannt wird. Hier wirkt Carl Maria von Weber. Durch ihn erfolgt 1817 die Gründung des Dresdner Opernchores. Dieses Theater musste Mitte der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts einem Neubau weichen: dem Ersten Königlichen Hoftheater von Gottfried Semper.

Erstes Opernhaus von Gottfried Semper

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1841
Das erste Königliche Hoftheater von Gottfried Semper, das in den Jahren 1838 bis 1841 entstand, wird am 12. April mit Carl Maria von Webers »Jubelouvertüre« und Johann Wolfgang von Goethes »Torquato Tasso« eröffnet. Sempers Rundbau galt als »schönstes Theater der Welt«. Hier wirkt Richard Wagner in den Jahren 1843 bis 1849 als Königlich Sächsischer Kapellmeister und bringt er seine Opern »Rienzi« (1842), »Der fliegende Holländer« (1843) und »Tannhäuser« (1845) zur Uraufführung.

1869
Der erste Semperbau wird am 21. September durch eine Brandkatastrophe vernichtet. Nur wenige Wochen später wird am 2. Dezember des gleichen Jahres ein rasch errichtetes Interimstheater eröffnet: die sogenannte Bretterbude. Auch hier erklingt zur Einweihung Webers »Jubelouvertüre«, und Eröffnungspremiere ist Goethes »Iphigenie auf Tauris«. In diesem Interimstheater beginnt die Dresdner Tätigkeit des Dirigenten Ernst Schuch, der in den kommenden Jahrzehnten das künstlerische Ansehen der Dresdner Oper entscheidend prägte.

1873
Nach Plänen des Architekten Bernhard Schreiber wird am 20. September ein weiteres Theater in Dresden eröffnet: das nach dem sächsischen Kronprinzen benannte Alberttheater. Zum ersten Mal in Dresdens Theatergeschichte ist dies ein vom Bürgertum erbautes Theater, das jedoch von der Königlichen Generaldirektion in Pacht genommen wurde, später sogar in königlichen Besitz überging.

Zweites Opernhaus von Gottfried Semper

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1878
Das Zweite Königliche Hoftheater von Gottfried Semper – in den Jahren 1871 bis 1878 unter der Bauaufsicht von Sempers Sohn Manfred errichtet – wird am 2. Februar wiederum mit Webers »Jubelouvertüre« und Goethes »Iphigenie auf Tauris« eröffnet. Dieses prachtvolle Theatergebäude ist bis 1895 gemeinsame Spielstätte für Oper und Schauspiel. Ab 1896 gibt es tägliche Opernvorstellungen. Unter Generalmusikdirektor Ernst von Schuch, der seit 1882 auch Direktor der Dresdner Hofoper war, beginnt die weltweit anerkannte Dresdner Richard-Strauss-Pflege mit den Uraufführungen »Feuersnot« (1901), »Salome« (1905), »Elektra« (1909) und »Der Rosenkavalier« (1911). Darüber hinaus macht er sich mit vielen weiteren Ur- und Erstaufführungen, mit der Durchsetzung der Opern Verdis und Puccinis sowie mit der Universalität seines Repertoires einen unvergessenen Namen. Bedeutende Sänger dieser Zeit waren unter anderem: Therese Malten, Marie Wittich, Clementine Schuch, Erika Wedekind, Margarethe Siems, Eva von der Osten, Karel Burrian, Fritz Vogelstrom, Alfred von Bary, Carl Perron, Karl Scheidemantel.

1919
Umwandlung der Hoftheater in »Sächsische Staatstheater«

1922
Mit der Berufung von Fritz Busch als Generalmusikdirektor und Operndirektor wird der glanzvollen Periode Dresdner Opernkunst unter Ernst von Schuch in der Zweiten Semperoper eine nicht weniger bedeutsame hinzugefügt. Bis 1933, als Fritz Busch durch die Nationalsozialisten vertrieben wurde, hat er bei der Strauss-, Verdi- und Puccini-Pflege sowie mit seinen Interpretationen der Werke Mozarts, Wagners, Tschaikowskis, Mussorgskis und vieler anderer Komponisten Herausragendes geleistet. Ihm sind neben den Richard-Strauss-Uraufführungen »Intermezzo« (1924) und »Die Ägyptische Helena« (1928) sowie der von ihm geplanten und in Vorbereitung befindlichen »Arabella« (1933), die dann Clemens Krauss dirigierte, auch die Uraufführungen von Ferruccio Busonis »Doktor Faust« (1925), Kurt Weills »Der Protagonist« (1926) und Paul Hindemiths »Cardillac« (1926) zu danken.
Zu dem hervorragenden Sängerensemble gehörten unter anderem: Meta Seinemeyer, Liesel von Schuch, Elisabeth Rethberg, Erna Berger, Maria Cebotari, Richard Tauber, Max Lorenz, Tino Pattiera, Friedrich Plaschke, Robert Burg, Paul Schöffler, Kurt Böhme, Sven Nilsson, Ludwig Ermold.

1934
Durch die Verpflichtung von Karl Böhm als Generalmusikdirektor und Operndirektor gelingt es, die geschichtliche Kontinuität und den weltweiten künstlerischen Ruf der Semperoper zu wahren. Karl Böhm bringt in Dresden die Richard-Strauss-Opern »Die schweigsame Frau« (1935) und »Daphne« (1938) zur Uraufführung. Auch ihm stand ein hochklassiges Sängerensemble zur Verfügung, das er durch zahlreiche Neuengagements erweiterte, darunter Marta Fuchs, Margarete Teschemacher, Christel Goltz, Elfride Trötschel, Erna Sack, Elisabeth Reichelt, Torsten Ralf, Josef Herrmann, Mathieu Ahlersmeyer, Arno Schellenberg, Gottlob Frick, Heinrich Pflanzl.

1944
Am 31. August wird der Spielbetrieb in der Semperoper unter den Bedingungen des »totalen Krieges« eingestellt. Als letzte Vorstellung steht Carl Maria von Webers »Der Freischütz« auf dem Programm.

Die Zeit zwischen zweiter und dritter Semperoper

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1945
Beim Bombenangriff auf Dresden am 13./14. Februar wird die Semperoper wie alle Dresdner Theaterspielstätten nahezu völlig zerstört.
Erste Interimsbühne wird die umgebaute Tonhalle in Dresden-Neustadt (später das »Kleine Haus«). Hier findet als erste Opernaufführung nach dem Zweiten Weltkrieg am 10. August Mozarts »Die Hochzeit des Figaro« statt. Eine weitere Interimsspielstätte wird das Kurhaus Bühlau.

1948
Am 22. September, dem 400. Jahrestag der Gründung der Staatskapelle, wird das wiederaufgebaute Schauspielhaus als »Großes Haus der Staatstheater Dresden« mit Beethovens »Fidelio« eröffnet, das bis 1984 als Hauptspielstätte für Oper und Ballett dient. Joseph Keilberth, Rudolf Kempe, Franz Konwitschny, Otmar Suitner, Rudolf Neuhaus und Siegfried Kurz sind die maßgeblichen Operndirigenten; Heinz Arnold, Alfred Eichhorn, Erich Geiger, Harry Kupfer, Joachim Herz und Christine Mielitz bestimmen als Regisseure das Opernprofil. Zu den Ur- und Erstaufführungen gehören unter anderem: »Antigonae« von Carl Orff (1950), »Die Liebe der Danae« von Richard Strauss (1952), »Die Liebe zu den drei Orangen« von Sergej Prokofieff (1958), »Der junge Lord« von Hans Werner Henze (1967), »Wozzeck« von Alban Berg (1970), »Levins Mühle« und »Der Schuhu und die fliegende Prinzessin« von Udo Zimmermann (UA 1973 und 1976, »Moses und Aron« von Arnold Schönberg (1975) und »Vincent« von Rainer Kunad (UA 1979).

1977
Nach Sicherungsmaßnahmen, gründlichen Studien noch erhaltener Dokumente sowie einer Planungs- und Projektierungsphase erfolgt am 24. Juni die Grundsteinlegung zum möglichst originalgetreuen Wiederaufbau der Semperoper. Chefarchitekt ist Wolfgang Hänsch.

1984
Übergabe der wiedererstandenen Semperoper an die Staatsoper zur Aufnahme des technischen und künstlerischen Probebetriebs in der Dritten Semperoper.

Drittes Opernhaus von Gottfried Semper

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1985
Am 13. Februar, 40 Jahre nach ihrer Zerstörung, wird die Semperoper festlich wiedereröffnet. Eines der schönsten Opernhäuser der Welt erwartet allabendlich wieder die Dresdner und Besucher aus nah und fern. Eröffnungsvorstellung ist Carl Maria von Webers »Der Freischütz«.

Opernwerke mit Geschichte nach der Wiedereröffnung

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Folgende Ur- und europäische Erstaufführungen fanden nach der Wiedereröffnung an der Semperoper statt:

»Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke« von Siegfried Matthus (UA 1985), , »Der goldene Topf« von Eckehard Mayer (UA 1989), »Thomas Chatterton« (UA 1998) von Matthias Pintscher, »Celan« von Peter Ruzicka (UA 2001), »Der gute Gott von Manhattan« von Adriana Hölszky (UA 2005), »Dead Man Walking« von Jake Heggie und Terrence McNally (EA 2006), »La grande magia« von Manfred Trojahn (UA 2008), »Gisela! oder: Die merk- und denkwürdigen Wege des Glücks« von Hans Werner Henze (UA der revidierten Fassung 2010) und »Jakub Flügelbunt« von Miroslav Srnka (2011).

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